Presse 2026
Hannoversche Allgemeine Zeitung, 20.3.2026
Die Baggi als Beratungszentrum?
Ort für Migranten, Schuldner und andere Bedürftige:
Die Diakonie arbeitet an Plänen für eine Umnutzung der Osho Disco
Die Baggi am Raschplatz dürfte eine der traditionsreichsten Stätten hannoverscher Discokultur sein – doch das könnte sich ändern. Die Diakonie arbeitet an Plänen, das Gebäude der Osho Disco in ein soziales Beratungszentrum zu verwandeln. Damit sei aber nicht gemeint, eine Anlaufstation für Drogensüchtige und Obdachlose zu schaffen, betont Diakoniepastor Friedhelm Feldkamp. Im Rathaus hält sich die Begeisterung über die Pläne unterdessen in Grenzen – aber es gibt auch prominente Unterstützer.
Noch seien die Überlegungen für die Baggi nicht abgeschlossen, heißt es vonseiten der Diakonie. „Wir stellen uns vor, dort unter anderem eine Schuldnerberatung einzurichten, eine Beratungsstelle für Migranten und Redaktionsräume für das Straßenmagazin ‚Asphalt‘“, sagt Diakoniepastor Feldkamp. Auch ein kleines Café könne in der alten Baggi betrieben werden.
Stadt: Baggi spielt keine Rolle
Dafür müsste das Gebäude umgebaut werden. In ersten Entwürfen der Diakonie soll von Baukosten in Höhe von 6 Millionen Euro die Rede gewesen sein, jetzt geht man dem Vernehmen nach von 2 Millionen Euro aus.
Im Rathaus bleibt man zurückhaltend. Man sei mit der Diakonie in konstruktiven Gesprächen über mögliche soziale Angebote in der Innenstadt, heißt es. Aber: „Aus unserer Sicht spielt der Standort Baggi für diese Planungen keine Rolle“, sagt Sozialdezernentin Sylvia Bruns (FDP).
Niedergerke Stiftung unterstützt Pläne der Diakonie
Tatsächlich dürfte es lange dauern, bis Stadt und Ratspolitik Baurecht für eine Büronutzung an dieser Stelle geschaffen haben. Der Gebäudeeigentümer – die Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG) – bleibt ebenfalls zurückhaltend und verweist darauf, dass man vertragstreu sei und derzeit noch einen Mieter habe, Discobetreiber Martin Polomka. Der zeigte sich zuletzt offen für neue Ideen und signalisierte, sich die Pläne der Diakonie genauer anschauen zu wollen.
Unterstützung bekommt die Diakonie von der Niedergerke Stiftung, die sich der Hilfe für Menschen in Not verschrieben hat. In der Baggi ein „niedrigschwelliges Angebot vorzuhalten, spart wichtige Ressourcen“, schreiben die Stifter Ricarda und Udo Niedergerke in einer gemeinsamen Stellungnahme. Sozialarbeiter könnten an diesem zentralen Ort wirksamer helfen als an vielen dezentralen Stätten.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Osho Disco in den langfristigen Plänen der Stadt Hannover für den Raschplatz gar nicht mehr auftaucht. Der Platz bekäme einen Deckel, die Baggi würde abgerissen.
Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 20.3.2026, Seite 16
Neue Presse, 18.2.2026
Hannoversche Allgemeine Zeitung, 18.2.2026
Stadtkind, Februar 2026
Asphalt, 2.2.2026
wochenspiegel, 28.1.2026