4. November: „Musik und Philosophie im Ärztehaus”

Die letzte Veranstaltung des Jahres 2016 fand in Kooperation mit der Ärztekammer Hannover in deren Haus in der Berliner Allee 20 statt. In der Reihe „Musik und Philosophie im Ärztehaus“ referierte Dr. med. Dr. med. dent. Hans-Walter Krannich lebendig, kenntnisreich und gut verständlich vor den zahlreichen Gästen über das zur Jahreszeit passende Thema: „Das beschädigte Leben – ein literarischer Streifzug“. Musikalisch umrahmt wurden sein Vortrag vom Kammerensemble des Ärzteorchesters Hannover unter der Leitung von Philipp Hildebrand und der Sopranistin Julia Bachmann. Als Moderatorin fungierte Dr. Cornelia Goesmann, Vorstandsvorsitzende der Ärztekammer Niedersachsen, Bezirksstelle Hannover. Der Eintritt war kostenfrei, um eine Spende für die Stiftung wurde gebeten. Dieser Bitte kamen die Gäste gern nach. Allen ein herzliches „Danke schön“. 



19. September – Benefizabend im GOP

Frauen mit Freund

Herzen mit Terzen

Prominenter Besuch: Sozialministerin Cornelia Rundt

Zum dritten Mal: Volles Haus, fulminantes Programm und ein Erlös von über 23.000 EURO!

Der musikalisch-artistische Abend im GOP zündete wieder ein Feuerwerk aus Musik, Akrobatik, Zauberei und Komik und ist seit drei Jahren die wichtigste und größte Benefizaktion der Stiftung. Diesmal geht der Erlös an die Straßenambulanz der Caritas Hannover, an den Kontaktladen „Mecki“ der Diakonie und an Hilfesuchende, die sich unmittelbar an die Stiftung wenden. Wunderbar war, dass das Ergebnis vom vergangenen Jahr noch getoppt werden konnte. Und wir sind beeindruckt und glücklich, wie engagiert sich alle Beteiligten – GOP, Künstler, Organisatoren, Grußwortgeber, Sponsoren und Gäste – für den Erfolg des Abends eingesetzt haben. 

Freuen Sie sich schon auf die GOP-Benefizgala im kommenden Jahr: Am 25. September 2017 wird es zum vierten Mal im GOP heißen: „Wir lassen niemanden im Regen stehen ...“ Und wieder liegt die künstlerische Leitung in den Händen von Erwin Schütterle.



Gleitwort zum Benefizabend

Wie es ist, kein Dach über dem Kopf und keinen privaten Rückzugsraum zu haben, weder Geld noch Heimat und auch keine Menschen, an die man sich hilfesuchend wenden könnte, kann ich mir – und sicher auch die meisten von Ihnen – nur sehr schwer vorstellen. Doch leider ist diese extreme Form der Not, der Armut und der Ausgegrenztheit nicht selten und auf unseren Straßen kaum zu übersehen. Das ist in London, wo ich überwiegend lebe, nicht anders als in Hannover.

Wie oft gehen wir an einem Menschen vorbei, dessen Schlafplatz in einem Haus- oder in einem Toreingang, unter einer Brücke oder auf einer Parkbank ist. Wir sehen es, fühlen uns unbehaglich und setzen in der Regel unseren Weg möglichst schnell fort. Und selbst wenn wir eine Münze oder einen Schein hinüberreichen – es bleibt ein schales Gefühl, das sich in uns breit macht. Ist uns doch nur zu klar: Unsere Gabe ist nichts weiter als ein kleines Almosen, das diesem Menschen nicht wirklich hilft. Vielleicht schießt uns noch kurzzeitig durch den Sinn: Man müsste doch irgendetwas anderes tun können ... Dabei bleibt es dann aber meist. Wahrscheinlich erleben Sie eine solche Situation ähnlich wie ich, und vielleicht auch ungefähr so, wie ich es gerade beschrieben habe. 

Umso wichtiger finde ich, dass es Institutionen und Organisationen gibt, die genau auf diese Menschen und ihre Situation aufmerksam machen; die nicht wegsehen, sondern sich einmischen, die dauerhaft versuchen, zu helfen, und die auch uns daran erinnern, dass wir nicht wegschauen dürfen.

Eine solche Organisation ist die „Ricarda und Udo Niedergerke

Stiftung“. Dass zwei Mediziner die Erlebnisse und Erfahrungen, die sie in ihrer langjährigen Praxis als niedergelassene Ärzte gemacht haben, auch im Ruhestand nicht vergessen, beeindruckt mich. Und ihre Stiftung, die sich zum Ziel gemacht hat, genau diese Menschen in den Mittelpunkt zu rücken, unterstütze ich deshalb gern.

 

London, im Juli 2016

 

Ernst August Erbprinz von Hannover Herzog zu Braunschweig und Lüneburg

Foto: Insa Cathérine Hagemann



Wir lassen niemanden im Regen stehen – Benefizabend im GOP

Am 19. September wird bereits zum dritten mal im GOP ein musikalisch-artistischer Abend zu Gunsten der medizinischen Versorgung von Wohnungs- und Obdachlosen und generell von Menschen in Not in Hannover stattfinden.

Mit Erwin Schütterle, DESIMO, Frauen mit Freund und vielen weiteren Künstlerinnen und Künstler wird dieser Abend sicherlich ein Highlight.

Jede gekaufte Eintrittskarte gilt als direkte Spende an die Stiftung also schlagen Sie zu!



Zu Gast bei h1

Als Gäste auf dem h1-Sofa bei Ann-Kathrin Berger durften wir die Stiftung und deren Ziele vorstellen. Wir berichteten, wie wir auf die Idee gekommen sind, und warum es gerade die Ärmsten der Armen in unserem Umfeld sind, um die wir uns kümmern. „Existentielle Not, die uns im ärztlichen Praxisalltag fast täglich begegnet ist und die jeden von uns treffen kann, können wir mit Mitteln der Stiftung lindern. Wir helfen, wo Hilfe so dringend benötigt wird“. Wir haben uns bedankt, dass die Stiftung in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Denn nur so können wir Spender gewinnen.


6. bis 10. Juni – Special Olypmics

Zum ersten Mal fanden die weltweit veranstalteten „Special Olympics“ in Hannover statt. Für die Stiftung war es selbstverständlich, dass nicht nur die Athleten mit einem namhaften Betrag gefördert wurden, sondern dass wir als Ärzte auch vor Ort persönlich „Dienst“ taten.Wir waren als „Gesundheitsberater“ im Einsatz und erinnern uns immer noch gern an die unbeschwerten und fröhlichen Stunden. Wir hatten viele zu Herzen gehende Begegnungen. Beeindruckt hat uns, dass es keine Ausgrenzung und keine Trennlinie zwischen behindert und nicht behindert gab. Wir waren alle eine große Familie, und wir haben die Tage genossen. Manches hat uns nachdenklich gestimmt, und manches haben wir neu gesehen. Wir haben wichtige Erfahrungen gesammelt und einiges gelernt.



2. Juni – Stippvisite in der Kleiderkammer

Wir besuchten die Kleiderkammer für Flüchtlinge für den Stadtbezirk Herrenhausen-Stöcken, die in der ehemaligen Pfarrerswohnung im Gemeindehaus der katholischen Kirche St. Adalbert untergebracht ist. Die Stiftung unterstützt diese Einrichtung mit 2.000 Euro pro Jahr „Das wirkt ja fast wie ein Kaufhaus“, war unser Eindruck, und wir waren sehr angetan. Es ist eine tolle, wichtige und sehr sinnvolle Einrichtung, in der sich Bewohnerinnen und Bewohner der sechs Flüchtlingsunterkünfte von Herrenhausen-Stöcken mit qualitativ guter Bekleidung versorgen können.“



Förderung der beruflichen Qualifikationen von Frauen – mit Jazz

Wo schon Louis Armstrong, Duke Ellington, Count Basie und nahezu alle Jazz-Größen der Welt auftraten, swingte an diesem Abend die Knut Richter Band, begleitet von der Jazz-Sängerin Britta Dinkelbach. Durch das Programm führte unterhaltend, kenntnisreich und humorvoll Lothar Krist, Moderator beim NDR, Musikkenner und selbst Jazzer. Eine gut bestückte Tombola und viele begeisterte Gäste trugen dazu bei, dass am Ende des Abends Gabriele Schuppe, Fachbereichsleiterin der AWO, ein dicker Scheck für die Flüchtlingsarbeit überreicht werden konnte.



21. April – Benefizabend für die Malteser Migranten Medizin

Dr. Franz Rainer Enste ließ Puccini und dessen Leben voller Leidenschaft und Liebe lebendig werden, musikalisch unterstützt von der Sopranistin Julia Bachmann und der Pianistin Cara Hesse. Ein denkwürdiger Abend, der mit der wunderbaren Arie „Nessun dorma“ ausklang, das Publikum zu Standing Ovations hinriss und die Künstler zu einigen Zugaben.

Auch die Stiftung konnte sich freuen: Das Ziel, die Finanzierung eines Ultraschallgerätes für die Malteser Migranten Medizin, ist erreicht worden. Zusätzlich konnte Bettina Wulff noch ein CTG zur Registrierung von kindlichen Herztönen an Dr. Michael Lukas, dem Pressesprecher des Malteser Hilfsdienstes, überreichen.

unsere ehrenamtlichen Helfer

Bettina Wulf



Gut zu Fuß!

Ein solcher Fall ist Dieter Joachim (siehe Bild). Der 67-jährige lebt seit acht Jahren in einem Männerwohnheim in Hannover und muss mit einer Grundsicherungsrente von 370 Euro im Monat auskommen. Für neue Schuhe reicht das nicht. Und das Passende in seiner Größe (48) gab es in keiner Kleiderkammer. Verletzungen und Entzündungen an den Füßen waren die Folge. Dieter Joachim konnte kaum noch laufen. „Ich habe meine alten Schuhe, mein einziges Paar, acht Jahre getragen“, berichtet er. Dr. Ulrich Eggert, der Arzt, der in seinem Wohnheim ehrenamtlich eine wöchentliche Sprechstunde abhält, war entsetzt, als er die Füße (und die Schuhe) des Mannes sah. Er schrieb an die Niedergerke Stiftung und bat um Unterstützung für ein neues Paar. „Schon am folgenden Tag bekam ich die positive Rückmeldung“, freut sich Eggert, der bis zum Ausscheiden aus seiner Praxis als Internist in Großburgwedel niedergelassen war. Weil er auch nach seinem Ruhestand im Jahr 2008 Sinnvolles tun wollte, betreut er seitdem die Männer des hannoverschen Wohnheims: „Vorher hatte ich keinerlei Kontakt zu Wohnungslosen.“ Er sei selbst überrascht gewesen, wie schnell und gut er Zugang zu ihnen bekommen habe und ist beeindruckt: „Welche Menschen ich hier schon getroffen habe! Diese Aufgabe befriedigt und erfüllt mich sehr.“ In einem Schuhgeschäft in Burg-dorf, das passende Größen führt, wurden der Arzt und sein Patient fündig: ein Paar strapazierfähige schwarze Lederschuhe für 139 Euro. Die Entzündung heilte anschließend gut ab. Dieter Joachim kann seitdem wieder schmerzfrei laufen und freut sich: „Die Schuhe passen super. Sie sind genau richtig, vor allem jetzt bei dem Wetter!“



Fördermittel 2016

Insgesamt konnte die Stiftung 2016 mehr als 50.000 Euro Fördergelder vergeben, eine hohe Anzahl kleinerer Einzelbeträge wie für z.B. für die Schuhe für Dieter Joachim, für Brillen, für spezielle medizinische Hilfsmittel, Sprachkurse oder Üstra-Fahrscheine für Wohnungslose. Größere Beträge, z.B. je 10.000 Euro, gingen an die Straßenambulanz, der weitere 10.000 Euro in Aussicht gestellt wurden, und an den Mecki-Laden, den wir ebenfalls weiter fördern werden, 4.210 Euro an die AWO, 3.000 Euro an die Malteser Migranten Medizin für ein Ultraschallgerät und je 2.000 Euro an die Kleiderkammer Stöcken, sowie für die Unterstützung der Athleten der „Special Olympics“. Fortgesetzt wurde u.a. auch die Unterstützung der Jugendschutz- und Straßensozialarbeit der LHH.

Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung
c/o Bürgerstiftung Hannover
Warmbüchenstraße 19
30159 Hannover
Telefon  0511 45000770

Spendenkonto
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Die Stiftung wird
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Bürgerstiftung Hannover.